Gott ist auch in der Manege

Herzlich Willkommen zum 25. Ökumenischen Gottesdienst 2021!

Seit 1996 wird der Dresdner Weihnachts-Circus von einem Gottesdienst begleitet. Gemeinsam von katholischen und evangelischen Christen vorbereitet, wird er nun bereits zum 25. Mal von Geistlichen mehrerer Konfessionen, den Artisten, Musikern, Zirkusmitarbeitern und Zirkusfreunden gestaltet. Der liturgische Abschnitt mit Kreuz, Altar und Ambo, Evangeliar und Ikone, gemeinsamem Gebet und Gesang, wird gekrönt von den Fürbitten an Gott, vorgetragen von Mitwirkenden. Selbstverständlich gehören zu einem Zirkus-Gottesdienst neben den musikalischen Begleitern auch Ausschnitte aus der jeweils aktuellen Show mit Spitzenartisten. Wir freuen uns, wie gut unsere Sinngebung wahrgenommen wird. Das zeigt sich nicht nur an wachsenden Besucherzahlen, sondern auch daran, dass sich immer mehr an Gebeten und Gesang beteiligen. Oftmals suchen nach dem Gottesdienst sowohl Zirkusleute als auch Besucher Kontakt zu den Geistlichen.

Große Verdienste darum erwarb sich der langjährige Artistenpfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche Klaus-Jürgen Meyer, der ihn zehn Jahre lang organisierte und zelebrierte. Nach seinem Ausscheiden übernahm das evangelische Stadtjugendpfarramt für sieben Jahre die Gestaltung. Mit seinem Amtsantritt ließ Direktor Müller-Milano, Protestant, das Grand Chapiteau vom katholischen Komödiantenpfarrer Otto Thonhofer segnen. Beide kennen sich von dessen jährlichen Drei-Königs-Treffen für die Fahrenden, gleichviel, woran sie glauben. Diese Offenheit stellt eine Säule des Circus-Gottesdienstes dar.

 

„Zirkus ist für die, die ihn machen, Lebensart“, schreibt der Dresdner Schauspieler Rolf Hoppe. „Im Zirkus ist Leben Arbeit und Arbeit Leben. Das Leben im Zirkus kann man nur ganz tun. Es gibt keine Halbheiten, keine Ausreden, keine Lügen; denn im Zirkus könnten sie tödlich sein.“ Dies musste der zweite Aspekt unseres Gottesdienstes sein. Insbesondere, wenn man ihn in Verbindung bringt mit der Sentenz: „Auf dem Weg zu Gott soll niemand zurückgelassen werden. Wenn die Zirkusleute nicht zur Kirche kommen, meist gar nicht kommen können, muss die Kirche einen Weg zu ihnen finden.“

 

Auf diesen Säulen steht der ökumenische Gottesdienst des Dresdner Weihnachts-Circus seit 2013. Wir konzipierten ihn als öffentlichen Zirkusgottesdienst, der Artisten und Zirkusleute, die an diesem Tag nicht in der Manege stehen, mit unserem Publikum vereint. Seither wird der Gottesdienst jährlich mit dem Leitsatz „Gott ist auch in der Manege“ von den drei Geistlichen Pfarrer Bohdan Luka (Ukrainisch katholische Kirche des Byzantinischen Rits (Kyiv), Pfarrerei des HI. Michael zu Dresden), Pater Michael Beschorner SJ (Studentenpfarrer der Römisch-katholischen Kirch zu Dresden) und Pfarrerin Manja Pitzcker (Ev.-Luth. Lukaskirchgemeinde zu Dresden)  abgehalten. Alle Spenden kommen dem gemeinnützigen Verein Arche Meißen zugute. Der Gottesdienst dauert ca. 75 Minuten.

Am 26. Dezember 2021 um 10:00 Uhr - Eintritt frei